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Rundbrief vom 1.7.2015

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Putin abgelöst …

… von Tsipras? In den meisten Medien wurde die Rolle des Buhmanns aktuell von Putin auf den griechischen Regierungschef Tsipras übertragen. Es würde den Rahmen unseres Rundschreibens sprengen, wenn wir uns in den seit langem währenden Streit über die Schulden und wirtschaftlichen/sozialen Probleme Griechenlands einmischen würden. Aber auf einen Punkt wollen wir aufmerksam machen. Immer wieder berichten unsere Politiker und Medien, dass die griechische Regierung weiterhin aufrüste und nicht bereit sei bei Rüstung zu sparen. Diesem Vorwurf wird widersprochen durch die Erklärung des stellvertretenden griechischen  Verteidigungsministers am 16.06.15: „Wir möchten hiermit klarstellen, dass die neue politische Führung […] alle Rüstungsprogramme eingefroren hat, sich derzeit also kein einziges Rüstungsprojekt im Stadium der Umsetzung befindet. …“ Dazu folgendes: Griechenland hat von 1974 bis 2009 jährlich etwa 9,64% der gesamten deutschen Rüstungsexporte gekauft.

Vom Bürgerkrieg zu einem neuen Kalten Krieg?

Der Krieg im Osten der Ukraine ist immer wieder aufgeflammt und die zugrunde liegenden Probleme sind weit entfernt von einer  Lösung. Sanktionen sowie verstärkte Manöver der NATO an der russischen Grenze und russische Manöver u.a. in der Ostsee heizen nicht nur den Konflikt in der Ukraine an, sondern bergen die Gefahr eines neuen Kalten Krieges in Europa. Da überrascht es kaum noch, dass nach dem vor fünf Jahren abgeschlossenen Ausbau von Grafenwöhr eine neue Großinvestition geplant ist. Sogar die von vielen überwunden geglaubte Gefahr eines Atomkriegs droht wieder stärker in den Bereich des Möglichen zu rücken. So warnen z.B. in einem gemeinsamen Artikel („Wie man einen Atomkrieg verhindern kann“) am 19.04.15 in der New York Times Wladimir Dworkin und James E. Cartwright vor einer weiteren Eskalation bis hin zu einem Atomkrieg. Beide waren hohe Generäle Russlands, bzw. der USA für strategische Atomwaffen.

Zur Ukraine haben wir Textausschnitte von Erhard Eppler und Ludger Volmer beigelegt.
Folgende Veranstaltung ist für weitere Informationen gut geeignet:
„Heller als 1 000 Sonnen“, Friedensmuseum, Kaulbachstr. 2, am Do 16.07. um 19.30 Uhr 16. Juli 1945: Mit dem Atomblitz der ersten Nuklearwaffenexplosion „Trinity“ beginnt in der Wüste von New Mexiko/USA das Atombombenzeitalter! Dr. Wolfgang Nick analysiert anhand von Dokumenten Hintergründe, Motive und aktuelle Entwicklungen.

Fast vergessen im öffentlichen Bewusstsein …

… wegen Griechenland, Terroranschlägen, Flüchtlingen …. wird u.a.:
– Die Ursachen von Flucht zu thematisieren. Fängt man hier mit dem Nachdenken an, dann landet man unwillkürlich bei den Kriegen der letzten 20 Jahre. Afghanistan, Jugoslawien, Irak, Libyen, Syrien …

– Ist der Krieg Saudi-Arabiens im Jemen. Eine verkommene Prinzengarde, die das Land nach den Regeln des tiefsten Mittelalters regiert und sogar über Internet Henker sucht, gibt vor aus humanitären Gründen das Nachbarland Jemen zu bombardieren. Und die
selbst ernannte `westliche Wertegemeinschaft` schwankt zwischen Schweigen, Duldung und offener Unterstützung.

Hiroshima-Tag: Aktion am 05. August

Zum Gedenken an den Abwurf der ersten Atombombe auf die japanische Stadt Hiroshima am 6.8.1945 ist in diesem Jahr folgendes in Nürnberg geplant:
Nacht der 70000 Lichter: Bereits am 05. August von 21.00 Uhr bis 0.15 Uhr (um 8.15 Uhr Ortszeit ging die Bombe auf Hiroshima  ieder – dies entspricht 0.15 Uhr Mitteleurop. Sommerzeit)
Ort: Museumsbrücke (wird beantragt)
Aktion mit Texten und 70/ 700 oder mehr Teelichtern in Gläsern, Gedenken und Mahnung Im Vorfeld planen die Veranstalter Plakatwände zu schalten mit dem Motiv 70 Jahre Hiroshima und Nagasaki (www.hiroshima-nagasaki.info).

Veranstaltende sind bislang FINO, Friedensmuseum und NEFF. Wahrscheinlich auch das Pazifik Netzwerk.
Nähere Infos in der Presse oder demnächst unter: www.neff-netzwerk.de

In eigener Sache

Beim letzten Treffen haben wir kritisch, aber solidarisch, die Arbeit der letzten Zeit eingeschätzt. Um die Arbeit zu verbessern soll künftig die Planung von absehbaren Aktionen wie Ostermarsch längerfristig in einer Art „Fahrplan“ bekannt gegeben werden. Wenn möglich wird die inhaltliche Arbeit durch `Wiederbelebung` des Friedensdiskurses intensiviert werden.

Dringend erforderlich ist auch die Arbeit auf mehr Schultern, wenn möglich jüngere, zu verteilen. So wurde Michael Käser, der bereits seit einigen Jahren aktiv im Friedensforum mitgearbeitet hat in den dreiköpfigen SprecherInnenkreis gewählt. Zusammen mit Anna Beltinger und Ewald Ziegler wird der 27-jährige Student der ev. Theologie die Friedensarbeit in Nürnberg weiterentwickeln.

Nächstes Treffen
Wir laden recht herzlich zum nächsten Treffen des Nürnberger Friedensforum
am Montag, den 20. Juli
um 19.00 Uhr ins Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adam-Klein-Str. 6, ein
TO Vorschlag:
1. Politische Situation;
2. Hiroshima-Tag
3. Antikriegstag am 01.09.: Entwickeln einer kreativen Aktion zum Thema : „Kein neuer
Kalter Krieg in Europa“. Anregungen sind willkommen.
4. Unser terminlicher Fahrplan: Treffen, Aktionen, .. bis zum OM 2016
5. Verschiedenes

Rundbrief-200150701

Anlage zum Rundbrief Erhard Eppler kritisiert Russland-Politik des Westens – Ludger Vollmer und die Doppelmoral des Westens

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